Parco Nazionale di Val Grande
Anfahrt
Mit dem Auto nach Laveno zur Schiffsanlegestelle. Mit der Autofähre nach Intra. Von dort nach Cigogna, das einzige bewohnte Dorf innerhalb des Schutzgebietes. Besonders spannend sind die letzten 13 km auf der Bergstrasse nach Cigogna, es gilt das ungeschriebene Gesetz dass der „von oben“ kommende Wagen auszuweichen hat, also Nerven behalten und stets die nächste Ausweichstelle im Blick behalten. Die Straße ist sehr eng und einige Haarnadelkurven so scharf dass man teilweise zurücksetzen muss. Bei der Ankunft in Cigogna auf dem Parkplatz am Ortseingang parken, da befindet sich auch gleich der Circolo, in welchem man ein zünftiges piemontesisches Menü zu einem günstigen Preis erhält.
Wanderung
Wir haben zwei Nächte dort verbracht und haben zwei Wanderungen unternommen. Ein abwechslungsreicher Rundwanderweg führt ins Val Pogallo, einem wunderschönen Tal. Der Weg startet direkt von Cigogna aus, führt an der Kirche vorbei für ca. 1 Stunde bergauf durch den Wald, am Ende des Aufstiegs ist eine Hütte (Casa dell’Alpino), von welcher man eine wunderbare Aussicht über die Berge und Täler des Val Grande hat. Als wir dort waren, war die Hütte sogar bewirtschaftet, entgegen der im Internet verbreiteten Information, dass es keine bewirtschafteten Hütten im Val Grande gäbe. Es lohnt sich also zu prüfen, ob die Hütte offen ist, da man mit kleinem Gepäck ohne Probleme den Aufstieg von Cigogna am Anreisetag bewältigen kann und somit eine noch idealere Basis hätte. Nach der Hütte geht es über einen schönen Kammweg an mehreren Almen vorbei, hier haben wir ein paar Gemsen gesichtet. Anschließend geht es bergab ins Tal von Pogalla durch einen schönen Laubwald, man überquert mehrere Bäche – hier sind wir einer ziemlich großen Schlange begegnet, nach späterer Bestimmung einer Äskulapnatter – ungiftig. In Pogallo angekommen haben wir gerastet, das Dorf ist verlassen, wird jedoch seit einigen Jahren von den „Amici di Pogallo“ liebevoll saniert. Zurück nach Cigogna geht man entlang des Rio Pogallo auf der Strada Sutermeister, benannt nach ihrem umtriebigen Schweizer Erbauer. Entlang dieses Weges sieht man einige beeindruckende Wasserfälle sowie große türkisfarbene Pools im Fluß, die zum Baden einladen. Nicht umsonst wird der Val Grande Nationalpark als die “letzte Wildnis der Alpen” bezeichnet.
Am zweiten Tag sind wir dann in entlang des vom San Bernardino Fluß gegrabenen Tals gewandert, es geht erst höhengleich im Wald entlang und man durchquert mehrere, schon seit Jahrzehnten verlassene Dörfer. Teilweise geht es mittels Ketten und in den Berg eingelassenen Stegen entlang der Felszacken bis man auf ein paar Häuser trifft, u.a. einem Biwak und einer netten Bar. Von da aus geht es dann steil bergab zum Fluss bis zu einer schönen alten Brücke – Ponte Vellina – auf welcher man auf die andere Flussseite kommt. Der Weg entlang des Flusses ist an einigen Stellen teilweise abenteuerlich und in keinem guten Zustand, offiziell sogar gesperrt, jedoch zu meistern. Am Ende des Weges geht es durch mehrere in den Berg geschlagene Tunnel (Stirnlampe nicht vergessen) und man trifft schließlich auf die Bergstrasse nach Cigogna.
Unbedingt noch einen Abstecher zur Ponte Casletto Vecchio machen, über die Strasse, der Einstieg ist ausgeschildert. Von da aus geht es dann im steilen Aufstieg, bei welchem man mehrfach die Strasse nach Cigogna kreuzt, zurück zum Ausgangspunkt.
Übernachtungsmöglichkeiten
In Cigogna:
Bed & Breakfast: Ca del Pitur (https://www.cadelpitur.it/, das sehr nette Besitzerpaar betreibt auch den Circolo)
Bauernhof: Azienda Agricola Corte Merina (http://www.cortemerina.it)
Wanderherberge: Ostello del Parco
Bei Cigogna:
Casa dell’Alpino (bewirtschaftete Berghütte, Maps)
diverse unbewirtschaftete, kostenlose Schutzhütten („Bivacco“)
Info
Offizielle Website (nur italienisch) http://www.parcovalgrande.it/
Website zur Routen und Unterkunftsrecherche (deutsche Version): http://www.parks.it/parco.nazionale.valgrande/Gsog.php